CfP: Workshop „Bilder der Reformpädagogik und der Jugendbewegung“

Göttingen, 5.-6. Oktober 2026 – Deadline: 18. Januar 2026

Verschwommenes Schwarz-Weiß-Foto einer jungen Frau im Feld, die die Arme ausbreitet.

Screenshot: BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Der gemeinsame Workshop der BBF, der Pädagogischen Hochschulen Thurgau und der Nordschweiz, der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und der Georg-August-Universität Göttingen widmet sich dem Thema „Inszenierung“ insbesondere mittels Film und Fotografie in der Reformpädagogik und Jugendbewegung.

Die Reformpädagogik und die Jugendbewegung entstanden, als sich zwei wirkmächtige neue Medien durchzusetzen begannen: der Film und die Photographie. Wie bei der Reformpädagogik und der Jugendbewegung (bekannte Beispiele sind sozialistische Jugendorganisationen und die Pfadfinderinnen und -finder) handelte es sich auch bei der Ausbreitung von Film und Fotografie um „globale“ Entwicklungen. Aber die neuen Medien und die neue Pädagogik entstanden nicht nur gleichzeitig, sondern Letztere setzte von Anfang an auch auf diese Medien, um ihre neuen Ansätze zu illustrieren und um für ihre Errungenschaften die Werbetrommel zu rühren.

Was immer ihre Schwierigkeiten mit der „Moderne“ gewesen sein mögen, was immer ihr Kampf für „Natürlichkeit“ bedeutete, wenn es um Film und Fotografie ging, zeigten sich die Reformpädagogik und die Jugendbewegung resolut modern. So setzten die Reformpädagog:innen früh auf Filme, um in ihre Methoden einzuführen und Einblicke in ihre Schulen zu gewähren (so z. B. Maria Montessori oder Ovide Decroly). In der Jugendbewegung wurde fleißig fotografiert. Das zeigen etwa die Fahrtenbücher und die Publikationen der Jugendbewegung mit ihren zahlreichen Bildern von deren Aktivitäten.

Der Workshop schließt an die seit kurzem unternommene Forschung zur Visual History der Reformpädagogik und der Jugendbewegung an und dient zur Vorbereitung eines Bandes zur Inszenierung von Reformpädagogik und Jugendbewegung. Die Studien, die im Workshop diskutiert werden, sollen mit Hilfe von Bildern analysieren, wie und mit Hilfe von was einzelne Aspekte (z. B. Geschlecht, Körper) der neuen Formen von Pädagogik – wie des Lernens oder der Gemeinschaft – illustriert und inszeniert wurden und wie sie sich im Verlauf der Zeit veränderten.

Dem Workshop geht es um Inszenierungen, deshalb soll, wenn möglich, nicht nur untersucht werden, wie die Bilder aufgebaut sind, welche Motive und Accessoires verwendet wurden, sondern auch die „Funktionen“ der Bilder in ihrem Zusammenhang in den Quellen analysiert werden. Da die Bilder dazu dienten, für Gruppen zu werben und deren „Identität“ zu festigen, soll den stilistischen Eigenheiten ein besonderes Augenmerk geschenkt werden. Zwischen den Praktiken und beschworenen Gefühlen in der Reformpädagogik und der Jugendbewegung gab es große Überschneidungen, entscheidend waren daher politische, religiöse und stilistische Nuancen. Beide Bewegungen pflegten einen bestimmter Stil mit speziellen Formen des Sprechens, Fühlens, Kleidens, Lesens etc., der auch in Aufnahmen inszeniert und „transportiert“ wurde.

 

Beitragsvorschläge für den Workshop sollten eine Vortragsskizze (maximal 500 Wörter) sowie knappe biografische Angaben enthalten. Sie können bis Sonntag, 18.01.2026, bei den Organisator:innen eingereicht werden:

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