Aktuelles Heft der „FOTOGESCHICHTE“: Fotografie als Attraktion

Positionen, Perspektiven, Politiken – hg. v. Clara Bolin

Fotobücher sind weit mehr als nur gedruckte Bildersammlungen. Sie sind Medien, die gesellschaftliche Narrative formen und kulturelle Deutungen prägen. Das vorliegende Themenheft untersucht das Format Fotobuch aus einer geschlechtertheoretischen Perspektive. Ausgehend von aktuellen Debatten der Fotobuchforschung greifen die Beiträge zentrale Konzepte der Gender Studies auf und prüfen ihre Anschlussfähigkeit für die Analyse fotografischer Bücher. Wie entstehen Kanones der Fotobuchgeschichte – und welche Positionen bleiben darin unsichtbar? Welche Ausschlüsse werden sichtbar, wenn Autor:innenschaft, arbeitsteilige Produktionsprozesse oder Sammlungspolitiken in den Blick genommen werden?

In vertiefenden Fallstudien zeigen die Autor:innen, dass Fotobücher zugleich ästhetische Artefakte und Orte sozialer Aushandlung sind: Sie verhandeln unter anderem Fragen von Aktivismus, Sorgearbeit oder performativer Identität. Zugleich bieten Fotobücher und ihre medialen Entstehungsgeschichten auch wichtige Anhaltspunkte, um die politisch-gesellschaftlichen Bedingungen der Produktion und Verbreitung fotografischer Bildern zu reflektieren. Das Themenheft lädt dazu ein, Fotobücher aus einer feministischen Perspektive neu zu lesen – als Medien, in denen Bildpolitik, Wissensproduktion und gesellschaftliche Machtverhältnisse untrennbar miteinander verbunden sind.

Zeitschriftenlogo, Schrift und farbiges Bild von Buch, in dem geblättert wird

Screenshot der Website „Fotogeschichte“ 46 (2026), H. 179 [09.07.2026]

Gender im Fotobuch. Positionen, Perspektiven, Politiken
Hg. von Clara Bolin

 

BEITRÄGE

Clara Bolin: Gender im Fotobuch: Positionen, Perspektiven, Politiken. Editorial

Clara Bolin, Dîlan Canan Çakir, Marcella Fassio: Diskurse verschieben. Ein Gespräch über das Projekt #breiterkanon

Giulia Cramm: Sorgearbeit als fotografische Praxis. Brigitte Kraemers Fotobücher zu Frauenhäusern

Annekathrin Müller: Zwischen Ost und West. Zwei Fotobücher von Helga Paris und Angela Fensch über Frauen in der DDR und ihre Publikationskontexte

Dzifa Peters: Die Performativität des Fotobuchs. Intersektionalität in den Projects von Nikki S. Lee

Fabian Röderer: Loud, Louder, Jill Posener. Lesbisch-feministischer Aktivismus im Fotobuch

Sonja Palade: How Things Are Made. Formen der Produktionsgemeinschaft in Adprints Collins Colour Camera Books

Clara Bolin, Thekla Ehling, Teresa Gruber, Tania Prill: „Sichtbarkeit ist entscheidend“. Fotobücher gestalten, publizieren, sammeln und zeigen. Ein Gespräch

 

FORSCHUNG

Hildegard Frübis: Fotografie als Dokument und Selbstbehauptung. Jüdisches Leben zwischen 1933 und 1941 im Spiegel der Fotografien von Abraham Pisarek (zum Bericht)

 

REZENSIONEN

Jens Jäger/Bernd Stiegler: Gedanken sichtbar machen. Oscar Gustav Rejlander und die viktorianische Photographie, Leipzig: Spector Verlag, 2025; Bernd Stiegler (Hg.): Oscar Gustav Rejlander. Die Wahrheit der Photographie. Gesammelte Schriften aus dem Englischen von Uwe Hebekus, Leipzig: Spector Verlag 2025 (zur Rezension)

Helene Roth: Walter Moser (Hg.): Lisette Model. München, London, New York: Prestel Verlag 2025 (zur Rezension)

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