Aktuelles Heft der „Fotogeschichte“: WOZU GENDER?

Geschlechtertheoretische Ansätze in der Fotografie

Die Fotografiegeschichte orientierte sich lange Zeit an einer männlich dominierten Geschichtserzählung. Diese etablierte einen Kanon fotografischer „Meisterwerke“ herausragender, fast durchweg männlicher Fotografen-Künstler. In derlei Geschichtsauffassungen spielten Frauen, wenn überhaupt, lediglich eine assistierende oder gar keine Rolle. Eine feministisch orientierte Fotografietheorie beschränkt sich nicht nur darauf, „vergessenen Fotografinnen“ einer bestehenden Geschichte der Fotografie hinzuzufügen. Sie fordert patriarchale Sichtweisen auf die Fotografie auf fundamentale Weise heraus.

Die Autorinnen des vorliegenden Themenhefts fragen unter anderem, durch welche Ein- und Ausschlüsse die Fotogeschichtsschreibung und die Fototheorie nach wie vor gekennzeichnet ist. Sie untersuchen die Vergeschlechtlichungen von Techniken und Materialien, die biologistische Metaphern und Hierarchisierungen fortschreiben. Und sie stellen zeitgenössische fotografische Positionen von Frauen vor, die in ihren Arbeiten feministische Fragestellungen aufgreifen und reflektieren.

Screenshot der Webseite „Fotogeschichte“. Foto: Grete Stern: „Traum Nr. 1. Elektrische Geräte für zu Hause“, 1949 (Wikimedia)

Das aktuelle Heft der Fotogeschichte Jg. 40 (Frühjahr 2020), Nr. 155

WOZU GENDER? Geschlechtertheoretische Ansätze in der Fotografie

Hg. von Katharina Steidl

 

BEITRÄGE

Kerstin Brandes: Die Gans lebt … Studien Visueller Kultur und feministische Fotografieforschung

Katharina Steidl: „Black Box“ Fotografie. Zur Vergeschlechtlichung einer bildgebenden Technik

Anne Vitten: Unbequeme Konkurrentinnen? Ausbildung von Frauen an der Photographischen Lehranstalt des Berliner Lette-Vereins um 1900

Katrin Köppert: Modalitäten der Stille. Queerness, Fotografie und post black art

Susanne Holschbach: Frauen sehen Frauen an. Fotografie, Körperpolitik und weiblicher Blick im Resonanzraum Sozialer Medien

 

FORSCHUNG

Martin Kofler, Notburga Siller: „Frauenbilder/Signora fotograf(i)a“. Visual History in Tirol – Südtirol – Trentino: eine Fotoausstellung im Rahmen des Interreg-Projekts „Lichtbild“. (Zum Bericht)

Anna Schneider, Thomas Zaugg: Zwischen Piktorialismus und Reportage. Der Schweizer Pressefotograf Hermann Stauder (1887–1949). (Zum Bericht)

 

REZENSIONEN

Hanna Koch: Hans-Michael Koetzle (Hg.): Dr. Paul Wolff & Tritschler. Licht und Schatten – Fotografien 1920 bis 1950, Heidelberg, Berlin: Kehrer 2019. (Zur Rezension)

Miriam Paeslack: Die Stadt und ihr Bild. Rezension der folgenden Publikationen:

Sigrid Schulze und Eberhard Mayer-Wegelin: Berlin als Residenzstadt. Photographie von Leopold Ahrendts 1854–1870;

Micheline Nielsen: Nineteenth-Century Photographs and Architecture: Documenting History, Charting Progress, and Exploring the World;

Andrew Higgott, Timothy Wray (Hg): Camera Constructs. Photography, Architecture and the Modern Cityund Visual Resources: an international journal on images and their uses. (Zur Rezension)

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