Bildarchive. Wissensordnungen – Arbeitspraktiken – Nutzungspotenziale

Online-Tagung 15. Mai bis 10. Juli 2020

Bildarchive sind Portale: Sie können lebensweltliche Praktiken, kulturelle Phänomene und historische Prozesse „sichtbar“ machen. Darüber hinaus eröffnen sie fachspezifische Zugänge zu unterschiedlichen Disziplinen. Die volkskundlichen Landesstellen und außeruniversitären Institute verfügen, bedingt durch ihre jeweilige Geschichte, ebenso wie Museen, Archive und Bibliotheken über umfangreiche Bildsammlungen unterschiedlicher Provenienzen. Solche Bestände zeigen in wissen(schaft)sgeschichtlicher Perspektive Systematiken und Ordnungen auf, die inhaltliche Schwerpunktsetzungen und methodische Herangehensweisen parallel oder quer zu den Entwicklungslinien von Disziplinen verdeutlichen.

Bildarchive sind keinesfalls als bloße Container zu betrachten. Durch ihre Eingliederung in spezifische Sammlungen werden visuelle Quellen aus ihren Gebrauchs- und Materialzusammenhängen gelöst und dekontextualisiert. Infolge ihrer archivalischen Erschließung werden sie dann mit Metadaten angereichert und wiederum (re-)kontextualisiert: Quellenwert und Aussage ändern sich. Zu den aktuellen Herausforderungen von Bildarchiven zählt ihre digitale Öffnung. Waren sie bisher räumlich fixiert und vor allem einem informierten Publikum zugänglich, ermöglicht ihre Digitalisierung und Präsentation erweiterte Zugänge.

Die Tagung richtet den Fokus auf Institutionen, die Bildsammlungen betreuen, auf Akteur*innen, die in und mit diesen Archiven und ihren Beständen arbeiten, sowie auf Praktiken, die sich mit Dokumentation, Nutzung und fachspezifischer Analyse verbinden.

Blick in das Historische Fotoarchiv des Rautenstrauch-Joest-Museums in Köln, Foto: Lucia Halder mit freundlicher Genehmigung ©

PROGRAMM

Bildarchive und Nutzungen

Ulrich Hägele (Tübingen): „Nie ohne Kamera.“ Die analogen Bildermassen des Heinz Pietsch und wie man damit umgehen kann

Agnes Matthias (Dresden): Ordnung und Widerspruch. Möglichkeiten und Grenzen der Wissensformation im Bildarchiv

Thekla Kluttig (Leipzig): Zur Zugänglichkeit von Fotosammlungen im Sächsischen Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig

Nadine Kulbe (Dresden): #WissKomm. Zur Einbindung digitaler Bildarchive in die Wissenschaftskommunikation

 

Bildbestände und Kontextualisierung

Gisela Parak (Bremerhaven): Das Lackalbum als volkskundliche Betrachtung Chinas?

Elisabeth Haug (Staufen i. Br.): Die einsame Masse – Das Bildarchiv der Außenstelle Südbaden/Landesstelle für Volkskunde im Spannungsfeld von kuratorischem Anspruch und archivischer Wirklichkeit

Christina Ludwig (Dresden): „Ich spreche hier als Laie …“ Die Bildwerdung des ruralen Schwarzwalds am Beispiel der Materialsammlungen Oskar Spiegelhalders (1864–1925)

Theresa Jacobs, Ines Keller (Bautzen): Von der Schwierigkeit, Bildarchivalien zu rekontextualisieren. Ein Fallbeispiel aus der Untersuchung zur Lebensweise und Kultur in der zweisprachigen Lausitz von 1987

 

Sammlungsstrategien

Dörte Hein (Münster): Das Bildarchiv als Spiegel einer sich verändernden Sammlungspraxis im Archiv für Alltagskultur in Westfalen

Lutz Vogel (Marburg): Die „Historischen Bilddokumente“ in LAGIS: Inhaltliche Weiterentwicklung des Bestands

 

Sammlungspraktiken

Andreas Benz, Karl Klemm: Der Dia-Bestand aus der Sammlung für Bergbaukunde (Treptow-Sammlung) an der TU Bergakademie Freiberg

Angelika Merk, Sabine Zinn-Thomas: Das Bildarchiv der Landesstelle für Volkskunde in Stuttgart

 

Bilder und Digitalisierung

Annett Bresan (Bautzen): Bildarchiv online aus der Erfahrung eines local players. Die Fotobestände im Sorbischen Kulturarchiv Bautzen

Sophie Rölle (Dresden): Digitale Bilderfluten – Vom Nutzen virtueller Plattformen für Bildarchive

Christian Erlinger (Wien/AUT): Linked Data für Bildrepositorien: „Structured Data on [Wiki] Commons“

Sabine de Günther (Berlin): Kleidung im Bild. Kontextualisierung und Verzahnung als Methode der vestimentären Forschung

 

Die Anmeldung zur Tagung ist nun möglich. Beachten Sie bitte, dass eine Anmeldung zur Online-Tagung erforderlich ist, um die Vortragsvideos ansehen zu können. Sie erhalten nach Ihrer Registrierung dafür ein Passwort.

Kontakt
PD. Dr. Ira Spieker

Telefon
+49 351 4361640

Email
ira.spieker@mailbox.tu-dresden.de

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. (ISGV)
Zellescher Weg 17
01069 Dresden

Datum
15. Mai bis 10. Juli 2020

Veranstalter
Gruppe der Landesstellen und außeruniversitären Institute in der dgv, Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde in Kooperation mit dem Sorbischen Institut Bautzen

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