Ausstellung „Architecture Transformed – Das digitale Bild in der Architektur 1980-2020“

Kooperatives Forschungsprojekt präsentiert seine Ergebnisse vom 9. Februar – 23. April im Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg

Die Abbildung aus der Architekturzeitschrift „Bauwelt“ 95 (2004), H. 18 (7. Mai), S. 18, ist eine digital bearbeitete Fotomontage und zeigt den prämierten Wettbewerbsentwurf für eine Landmarke bei Dunwich in Ostengland. © Anne Niemann und Johannes Ingrisch

Die Ausstellung „Architecture Transformed – Das digitale Bild in der Architektur 1980-2020“ bildet den Abschluss des Forschungsprojekts „Architecture Transformed – Architekturprozesse im digitalen Bildraum“, das von 2019 bis 2022 in Zusammenarbeit des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg mit dem Lehrstuhl für Architektur und Visualisierung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg stattfand.

Es handelt sich um eines von zwölf Teilprojekten aus der ersten Periode des DFG-Schwerpunktprogramms 2172 „Das digitale Bild“, das gemeinsam von Hubertus Kohle (München) und Hubert Locher (Marburg) in zwei Phasen von je drei Jahren koordiniert wird. Das Programm thematisiert aus transdisziplinärer Perspektive „die zentrale Rolle, die das Bild im komplexen Prozess der Digitalisierung von Wissen in Theorie und Praxis spielt“, und reflektiert den damit einhergehenden Wandel in Kunst, Wissenschaft und Kultur als „tiefgreifende epistemologische Umwälzung“.

Das Projekt „Architecture Transformed“ widmet sich exemplarisch der Rolle des digitalen Bildes in der Architektur. Im Fokus steht die Frage nach dem Einfluss des digitalen Bildes auf das architektonische Entwerfen und Visualisieren im fortschreitenden Wandel vom analogen zum digitalen Zeitalter und inwiefern dabei von einer medienspezifischen Prägung der Architektur durch die digitalen Entwurfs- und Darstellungsmethoden ausgegangen werden kann.

Die Ausstellung präsentiert eine Reihe von rund 50 Bildern, bei denen es sich um Entwurfsvisualisierungen handelt, um Bilder von Bauten, die zum Zeitpunkt ihrer Darstellung lediglich in ersten Skizzen auf dem Papier, als Modelle aus Pappe, Holz oder Schaumstoff oder als virtuelles 3D-Modell im Computer existierten. Sie stammen aus dem Zeitraum von 1980 bis 2020 und sind entweder den beiden Architekturzeitschriften „ARCH+“ und „Bauwelt“ entnommen, die im Zuge einer umfangreichen Zeitschriftenrecherche ausgewertet wurden, oder gehören zum Bestand des Schinkel-Wettbewerbs am Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin, der ergänzend gesichtet wurde.

Die gezeigten Bilder aus vierzig Jahren architektonischer Darstellungspraxis stellen eine subjektive und zugleich möglichst repräsentative Auswahl dar, die für eine bestimmte Entwicklung des digitalen Architekturbildes steht, wie sie im Forschungsprojekt von kunsthistorischer wie von architekturpraktischer Seite in den Blick genommen wurde. Dabei wurden verschiedene Bildphänomene herausgearbeitet, ihre bildgestalterischen Mittel untersucht und auf ihre Wirkung befragt. Die erzielten Ergebnisse werden anhand der ausgewählten Bilder exemplarisch zu einer Entwicklung des digitalen Bildes als Medium der Architekturdarstellung verknüpft, die über verschiedene Etappen verläuft und eine spezifische Chronologie aufweist.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen somit weniger die dargestellten Bauten selbst als die Art und Weise ihrer Darstellung in Form von Abbildungen, die über mediale Kanäle verbreitet werden und so letztlich auch auf diejenigen zurückwirken, die Architektur selbst entwerfen und visualisieren.

 

Die Ausstellung wird am 9. Februar um 18 Uhr im Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg eröffnet und ist dort bis zum 23. April zu sehen. Danach wird sie vom 25. Mai bis 6. Juli 2023 am Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin gezeigt. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der auch als Open Access-Publikation erhältlich ist.

 

Weitere Informationen zum Projekt und zur Ausstellung finden sich unter https://www.digitalesbild.gwi.uni-muenchen.de/ und https://www.uni-marburg.de/de/museum

Kontakt: Florian Henrich M.A.
Tel.: 06421/28-22126, Mail: florian.henrich@uni-marburg.de
Deutsches Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, Philipps-Universität Marburg

Dr. Christoph Otterbeck
Tel.: 06421/2822355, Mail: museum@verwaltung.uni-marburg.de
Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg

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