Helden der Heimkehr
Eine Ausstellung des Berliner Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung zeigt die nationalsozialistische Perspektive auf Flucht und Vertreibung
„Wie aber muß dieser maßvolle Auszug, diese planvolle Wanderschaft erst den Zurückbleibenden erscheinen, die mitten im Wirbel der Geschehnisse stehen, und denen der deutsche Mensch selbst beim Abschied noch einmal ein Beispiel geordneter Volkskraft schenkt.“[1]
Als die „Bremen“ am 30. August 1939, zwei Tage vor dem deutschen Überfall auf Polen, den Hafen von New York verlässt, ist auch der Fotograf Hanns Tschira (1899-1957) mit an Bord. „[T]ausend ausgestreckte Arme entbieten Amerika trotzig den Deutschen Gruß“,[2] als das Horst-Wessel-Lied ertönt und die „Bremen“ ablegt, erinnert sich Tschira ein Jahr später. In seinem Buch „Die Bremen kehrt heim. Deutscher Seemannsgeist und deutsche Kameradschaft retten ein Schiff“, das 1940 vom Reichsamt Deutsches Fortbildungswerk, einer Unterorganisation von Kraft durch Freude herausgegeben wird, schildert (und bebildert) der Bordfotograf das „Husarenstück“ der Flucht über den Atlantik, die von der nationalsozialistischen Propaganda als Triumph gefeiert wird.

Frontispiz von „Die Bremen kehrt heim. Deutscher
Seemannsgeist und deutsche Kameradschaft retten
ein Schiff“, Berlin u. Leipzig 1940
Der Held von Tschiras Erzählung ist Kapitän Adolf Ahrens (1879-1957), NSDAP-Mitglied seit 1934 und nach dem Krieg Bundestagsabgeordneter der Deutschen Partei (1949-1953). Tschira zufolge ist es an erster Stelle diesem kernigen Seemann zu verdanken, dass der „Bremen“ trotz der britischen Kriegserklärung die Überfahrt gelingt. Ahrens wird von Tschira als meisterlicher Navigator und „Führer“ beschrieben, der wenig Worte macht, Frauenherzen höher schlagen lässt, das ehrfürchtige Vertrauen seiner Mannschaft genießt und doch „wie eben ein Kamerad zu den anderen“[3] tritt. Der Autor wiederum avanciert in der Folge zu einem populären Bildpropagandisten des Nationalsozialismus und gründet eine eigene Bildagentur, den Tschira-Bilderdienst.[4]
Seit Juli 2025 sind nun 140 Bilder Tschiras in einer Sonderausstellung des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung und Versöhnung in Berlin zu besichtigen. Gezeigt werden die Fotografien, die Hanns Tschira und seine Assistentin Martha Maria Schmackeit im Januar 1945 von der Flucht der Bewohner des niederschlesischen Dorfes Lübchen gemacht haben. Tschiras Agentur wurde 1943 nach Lübchen evakuiert und versorgte das Propagandaministerium von dort wöchentlich mit Aufnahmen; die Fotografen waren also teilnehmende Beobachter des Flüchtlingstrecks, der nach etwa vier Wochen im Erzgebirge ankam. Von den ca. 350 Flüchtlingen waren auf dem Weg zwei ums Leben gekommen, eine im Vergleich wohl geringe Opferzahl.[5]
Die überaus ambitionierte Ausstellung ist dreigeteilt: Im ersten Teil sehen wir die Bilder: ein, wie es auf einer Ausstellungstafel heißt, „einzigartiges und bewegendes Zeugnis der Fluchterfahrung eines ganzen Dorfes“. Im zweiten Teil werden die Bilder historisch kontextualisiert, vornehmlich anhand der NS-Biografie von Tschira. Im dritten Teil, der in dieser Besprechung keine weitere Rolle spielen soll, werden Nachkriegsbegegnungen von ehemaligen und neuen Dorfbewohnern nachgezeichnet und mit aktuellen Fotografien von Thomas Meyer illustriert.

Ausstellungsansicht der Sonderausstellung: „Der Treck – Fotografien einer Flucht 1945“
© Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Bruns
Die Anordnung und Deutung der Fotografien folgt im ersten Teil im Wesentlichen dem narrativen Arrangement, das bereits der Fotograf im Sinn hatte, als er seine Bilder in den frühen 1950er Jahren entwickelte und an Magazine verkaufte. Nachvollziehen lässt sich das auch deshalb, weil ein Großteil der Bilder bereits 2004 von der Journalistin Lucia Brauburger publiziert worden ist.[6] Die Begleittexte der Kurator:innen sind weitgehend unkritisch und ähneln oftmals den Kommentierungen Brauburgers; Tschiras Bildbeschriftungen aus den 1950er Jahren ergänzen die kuratorischen Erläuterungen und scheinen der Interpretation den Weg zu weisen.
Die Fotografien erzählen die Geschichte einer entbehrungsreichen Winterreise bei Eis und Schnee, zu Fuß, auf Planwagen oder im Kinderwagen. Nur wenige Kilometer dahinter rückt die Rote Armee immer weiter vor. Doch trotz dieser Härten und Gefahren zeigen die Bilder, darauf weisen auch die Begleittexte hin, kaum Leid, keine Panik, keine Toten, kein Chaos; stattdessen sehen wir lachende Kinder, „tapfer“ lächelnde Frauen, hilfsbereite Einheimische und Wehrmachtssoldaten, Greise, die nie ihr Heimatdorf verlassen haben und sich nun „stoisch in ihr Schicksal“[7] ergeben. „Immer wieder musste ich das Gesicht der Grossmutter betrachten! War es nicht wie ein Symbol der inneren Grösse, die diese Menschen aufbringen mussten, die Kopf über Hals [sic!] ihre Heimat verlassen mussten?“, kommentiert Tschira. „Größe“ und Erhabenheit des Geschehens vermitteln auch diejenigen Bilder, die den Zug der Flüchtenden aus größerer Distanz zeigen, etwa beim Überqueren der Reichsautobahn.

Der Treck überquert die Reichsautobahn bei Bunzlau, Februar 1945
© Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Hanns Tschira
Der Fotograf lässt sich als „Führer“ dieses geordneten Rückzugs inszenieren, in den zahlreichen Fotografien, die seine Assistentin von ihm aufgenommen hat. Wir sehen Tschira, wie er Kindern und alten Menschen beim Besteigen der Wagen hilft; Tschira, wie er sich über eine Karte beugt und die Route bestimmt; Tschira, der dem Treck zusammen mit dem NSDAP-Ortsgruppenleiter vorangeht; Tschira, der eine schwangere Frau am Arm führt. Die Lübchener hätten dem „welterfahrenen“, „umsichtigen“ Tschira die organisatorische Leitung anvertraut, informieren die Ausstellungsmacher. Damit reproduzieren sie ein Bild, das Tschira in Gestalt des virilen Kapitäns bereits in seinem „Bremen“-Buch entworfen hatte und das er nun von sich selbst zeichnen wollte: das Bild des „Führers“, der „alles im Griff“ hat und dem seine „Mannschaft“ bedingungslos Gefolgschaft leistet, da sie sich ohne ihn nicht zu helfen, ja nicht einmal auszuruhen wüsste: „Die Dorfleute konnten nicht einschlafen, bevor ich ihnen nicht noch ein paar tröstende Worte gesagt hatte.“[8]

Der Fotograf und der NSDAP-Ortsgruppenleiter gehen dem Treck voraus. © SFVV, Foto: Martha Maria Schmackeit
Den zweiten, kontextualisierenden Teil der Ausstellung muss man als Dekonstruktion des ersten Teils verstehen. Hier geht es um Tschiras Karriere im Nationalsozialismus, um nationalsozialistische Bildpropaganda und um eine Problematisierung der Funktionen von „Treck“-Fotografien für die Erinnerung an Flucht und Vertreibung der Deutschen. Um die wissenschaftliche Leistung des kuratorischen Teams um Barbara Kurowska und Nils Köhler angemessen zu würdigen, bedarf es eines Blicks in die Forschungsliteratur. Im Zusammenhang mit dem Erinnerungsboom an Flucht und Vertreibung in den frühen 2000er Jahren, dem auch das Dokumentationszentrum seine Existenz verdankt,[9] haben sich Historiker wie Gerhard Paul, Maren Röger oder Stephan Scholz kritisch mit dem Flüchtlingstreck als „Bildikone“ und dem damit verknüpften „Opfer- und Verdrängungsdiskurs“[10] auseinandergesetzt. Dabei konnte gezeigt werden, dass das Bild des Trecks in zweifacher Weise dem bildpropagandistischen Arsenal der Nationalsozialisten entstammt. Zum einen nutzte und popularisierte bereits die propagandistische Begleitung der Heim-ins-Reich-Umsiedlungen Treck-Bilder (vgl. hierfür auch das Eingangszitat). Zum anderen wurde die Flucht vor der Roten Armee auch in der Endphase des „Dritten Reichs“ bevorzugt mit den dem Publikum vertrauten Treck-Motiven visualisiert:
„Die Wochenschaubilder der Flucht leisten somit dreierlei: sie bilden den Ausgangspunkt des visuellen Narrativs ‚Flucht und Vertreibung‘, wie es bis heute im kollektiven Bildgedächtnis verankert ist; sie begründen ein Interpretationsmuster, wonach Flucht und Vertreibung mit dem Vormarsch und den Übergriffen der Soldaten der Roten Armee in Verbindung stehen; und sie stellen die Flucht als eine geordnete Bewegung in den Schoß der ‚Volksgemeinschaft‘ dar, negieren dabei das tatsächliche Chaos und die stattgefundene Tragödie.“[11]
Zentral für die NS-Propaganda sei es gewesen, die Flucht „als eine organisierte und geordnete Evakuierung“ darzustellen, schreiben auch Röger und Scholz. Gegen die ikonischen Bilder aus der „Wochenschau“ bringen Röger und Scholz aber, so wie auch die tschechische Historikerin Beata Halicka, ausgerechnet die Fotografien Hanns Tschiras in Stellung, die aufgrund ihres privaten und verhältnismäßig unspektakulären Charakters das Potenzial dazu besäßen, die propagandistischen Treck-Bilder zu konterkarieren.[12] Die Ausstellung arbeitet dagegen heraus, dass es sich, auch wenn sich kein direkter Auftrag nachweisen lässt, bei Tschiras Fotografien keinesfalls um Privataufnahmen gehandelt haben kann. Tschira habe eine Veröffentlichung stets im Sinn gehabt. Resümierend lässt sich festhalten: In ihrer erhabenen Bildsprache, ihrem Insistieren auf „innerer Größe“, Tapferkeit und Stoizismus und nicht zuletzt in ihrer Aussparung von Chaos, Elend und Tod entsprechen die Bilder dem nationalsozialistischen Narrativ der geordneten und zugleich heroischen Heimkehr in die Volksgemeinschaft, die dazu noch von einem weitsichtigen „Führer“ angeleitet wird.[13]
Das Problem an dieser Erkenntnis besteht nun allerdings darin, dass sie die Fragen aufwirft, warum man diese Bilder überhaupt in einer Einzelausstellung zeigen sollte und ob es nicht wenigstens einer anderen Form der Präsentation bedurft hätte, die mit dem historischen Kontext und einer Einordnung der Bilder beginnt. Schließlich richtet sich die Ausstellung nicht nur an mit dem Forschungsstand vertraute Historiker:innen, sondern an eine breite Öffentlichkeit, darunter auch Schulklassen. Hier kann man den Eindruck gewinnen, dass die Ausstellungsleitung vor den epistemischen und praktischen Konsequenzen ihrer eigenen Aufklärungsarbeit zurückgescheut ist.
In diesem Zusammenhang muss auch bemerkt werden, dass die Ausstellung einen Beitrag Tschiras zur NS-Propaganda unerwähnt lässt, den man eigentlich nicht unerwähnt lassen darf. Denn 1942 beteiligte sich Tschira mit vier Bildern an der Broschüre „Der Untermensch“[14], die vom SS-Hauptamt herausgegeben wurde und an deren Entstehung Heinrich Himmler regen Anteil genommen haben soll. Bis Mitte 1943 wurden 3,8 Millionen Exemplare dieses entsetzlichen Machwerks gedruckt und an der Ostfront verteilt, hinzukommen 650.000 Exemplare in 15 anderen Sprachen.[15] Wolfgang Benz zufolge „unterstützte [die Broschüre] propagandistisch die Mordbefehle aus Berlin“,[16] indem sie jüdische Menschen als teuflische „Bestien“ präsentierte und die Angehörigen von SS und Wehrmacht somit zur Umsetzung der Vernichtungsbefehle motivieren sollte. Welche der Bilder von Tschira aufgenommen wurden, habe ich nicht herausfinden können. Aufgrund seiner sonstigen Arbeiten würde ich vermuten, dass seine Fotografien zu denjenigen gehören, die die Schreckensbilder von jüdischen und sowjetischen „Untermenschen“ mit Idealbildern von blonden, wohlproportionierten „Ariern“ kontrastieren. Aber macht es das besser?

Abbildungen aus „Der Untermensch“. Quelle: SS-Hauptamt, Der Untermensch, Berlin 1942

Quelle: SS-Hauptamt, Der Untermensch, Berlin 1942
Dass man darüber in der Ausstellung nichts erfährt, ist so verstörend wie verständlich.[17] Denn wie ließe sich rechtfertigen, einen an der Vernichtung der europäischen Juden und der millionenfachen Ermordung von Sowjetbürgern beteiligten Fotografen mit einer Einzelschau zu ehren? Die Ausstellung verdeutlicht somit gewollt und ungewollt, wie schwierig es ist, an die deutschen Opfer des Zweiten Weltkriegs zu erinnern, ohne nationalsozialistische Propaganda zu reproduzieren und die massenhafte Mitwirkung an den Verbrechen zu beschönigen oder schlichtweg zu übergehen.[18]
Die Sonderausstellung: Der Treck – Fotografien einer Flucht 1945, ist noch bis zum 18.01.2026 im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung und Versöhnung zu besichtigen.
Weitere Informationen finden sich unter: https://www.flucht-vertreibung-versoehnung.de/de/news/der-treck-fotografien-einer-flucht-1945
[1] Alfred Karasek, Der Wille zum Reich, in: Otto Engelhardt-Kyffhäuser u.a., Das Buch vom großen Treck. Mit einem Geleitwort von SS-Obergruppenführer Lorenz, Berlin 1940, S. 14-29, hier S. 27.
[2] Hanns Tschira, Die Bremen kehrt heim. Deutscher Seemannsgeist und deutsche Kameradschaft retten ein Schiff. Miterlebt, aufgeschrieben und bebildert von Hanns Tschira (Bordphotograph und Bildberichterstatter der „Bremen“). Herausgegeben in Zusammenarbeit mit dem Reichsamt Deutsches Fortbildungswerk der NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude, Berlin/Leipzig 1940, S. 63.
[3] Ebd., S. 58.
[4] Die Angaben zu Tschiras Biografie und zum Verlauf der Flucht aus Lübchen stützen sich im Folgenden auf die Begleittexte der Kurator:innen und Lucia Brauburger, Abschied von Lübchen. Bilder einer Flucht aus Schlesien. Mit Fotografien von Hanns Tschira, Berlin 2004.
[5] Zum Problem mit den Zahlen im Zusammenhang von Flucht und Vertreibung vgl. Eva Hahn/Hans Henning Hahn, Die Vertreibung im deutschen Erinnern. Legenden, Mythos, Geschichte, Paderborn 2010, S. 35-51.
[6] Brauburger, Abschied von Lübchen.
[7] Zitat Tschira, Ausstellungstafel. Sämtliche Tschira-Zitate finden sich auch in der Darstellung von Brauburger, die Tschiras heroischer Selbstdarstellung hier und auch sonst noch unkritischer folgt.
[8] Ebd.
[9] Zu den zeitgenössischen Debatten darum vgl. u.a. die Beiträge in dem Themenheft, hg. v. Jürgen Danyel u. Philipp Ther: Flucht und Vertreibung in europäischer Perspektive, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 51 (2003), H. 1, online unter https://zeitgeschichte-online.de/sites/default/files/documents/zfg_01_2003.pdf [07.01.2026].
[10] Maren Röger/Stephan Scholz, Fotografien, in: dies./Bill Niven (Hg.), Die Erinnerung an Flucht und Vertreibung. Ein Handbuch der Medien und Praktiken, Paderborn 2015, 153-167, hier S. 160; maßgeblich für die Bildforschung zu Flucht und Vertreibung war Gerhard Paul, Der Flüchtlingstreck. Bilder von Flucht und Vertreibung als europäische lieux de mémoire, in: ders. (Hg.), Das Jahrhundert der Bilder. Bildatlas 1900 bis 1949, Göttingen 2009, S. 666-673. Vgl. außerdem u.a. Maren Röger, Flucht, Vertreibung und Umsiedlung. Mediale Erinnerungskulturen und Debatten in Deutschland und Polen seit 1989, Marburg 2011, S. 254-303; Stephan Scholz, „Ein neuer Blick auf das Drama im Osten“? Fotografien in der medialen Erinnerung an Flucht und Vertreibung, in: Zeithistorische Forschungen 11 (2014), H. 1, S. 120-133, online http://www.zeithistorische-forschungen.de/1-2014/id=5014 [07.01.2026]; ders., Ikonen der „Flucht und Vertreibung“. Bilderkarrieren und Kanonisierungsprozesse, in: Jürgen Danyel/Gerhard Paul/Annette Vowinckel (Hg.), Arbeit am Bild. Visual History als Praxis, Göttingen 2017, S. 137-157.
[11] Paul, Der Flüchtlingstreck, S. 669.
[12] Röger/Scholz, Fotografien, S. 157; Beata Halicka, Polens Wilder Westen. Erzwungene Migration und die kulturelle Aneignung des Oderraums 1945-1948, Paderborn u.a. 2013, S. 76-82. Eine vermeintliche „Authentizität“ von Tschiras Bildern hat in der Vergangenheit auch Manfred Kittel, der Gründungsdirektor des die Ausstellung verantwortenden Zentrums, behauptet. Vgl. Sven-Felix Kellerhoff, NS-Propaganda-Foto war lange das Symbol für die Flucht, in: Welt online, 16.10.2014, https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article133322330/Falsche-Bilder-NS-Propaganda-Foto-war-lange-das-Symbol-fuer-Flucht.html [07.01.2026].
[13] Für eine kritische Interpretation von Tschiras Bildern vgl. auch Rebecca Sevieri, Le Treck et la violence de la représentation, in: Le Petit Journal, 6.12.2025, https://lepetitjournal.com/berlin/a-voir-a-faire/exposition-photo-le-treck-et-la-violence-de-la-representation-428937 [07.01.2026]. („C’est comme si les personnes qui endurent le périple documenté étaient rendues aussi bidimensionnelles que les images elles-mêmes, aplaties et déshumanisées, réduites à de simples symboles d’une Volksgemeinschaft (communauté nationale) marchant solidairement à travers des paysages enneigés.“)
[14] SS-Hauptamt, Der Untermensch, Berlin, 1942, online unter: https://archive.org/details/SSHauptamtDerUntermensch194252S.Scan [07.01.2026].
[15] Vgl. Harriet Scharnberg, Das A und P der Propaganda. Associated Press und die nationalsozialistische Bildpublizistik, in: Zeithistorische Forschungen 13 (2016), H. 1, S. 11-37, online https://zeithistorische-forschungen.de/1-2016/5324 [07.01.2026].
[16] Wolfgang Benz, Vernichtung als politische Kategorie im Denken des 20. Jahrhunderts, in: Miran Dabag/Kristin Platt (Hg.), Genozid und Moderne. Band 1: Strukturen kollektiver Gewalt im 20. Jahrhundert, Opladen 1998, S. 123-134, hier S. 130.
[17] Von einem unbeabsichtigten Versäumnis wird man wohl nicht sprechen können, vgl. die Biografie Hanns Tschiras auf der Website des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung, wo, anders als im biografischen Eintrag in der Online-Pressemappe, auf seine Beteiligung an der „rassistischen Broschüre Der Untermensch“ hingewiesen wird, https://www.flucht-vertreibung-versoehnung.de/ein-dorf-auf-der-flucht [07.01.2026]. In einer Rezension der Ausstellung in der „Welt“ wird Tschiras Beteiligung am „Untermensch“ (die übrigens auch in seinem Wikipedia-Artikel vermerkt ist), zumindest erwähnt, aber, warum auch immer, als Resultat seiner „Geschäftstüchtigkeit“ bewertet. Vgl. Claudia Becker, Geschönte Bilder einer Flucht, in: Welt online, 06.10.2025, https://www.welt.de/iconist/gesellschaft/article256301012/Flucht-aus-Schlesien-1945-Bewegende-Bilderchronik-eines-Dorfes.html [07.01.2026].
[18] Zur geschichtspolitischen Aktualität des Gedenkens an Flucht und Vertreibung der Deutschen vgl. Volker Weiß, Das Deutsche Demokratische Reich. Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört, Stuttgart 2025, S. 99-109.
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