Visual Bias

Dokumentieren, Repräsentieren & Vermitteln von Bildern in der bildungshistorischen Forschung – Tagung, Berlin, 20.-22. Mai 2026

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Visual Bias: Screenshot der Website

Die performative Kraft von Bildern führt dazu, dass Bilder oft nicht als Repräsentationen von etwas gedeutet werden, sondern als Dokumente des Abgebildeten selbst. Dies ist gerade im Bereich von Bildung und Erziehung von großer Bedeutung. Dabei kann die Zeichenhaftigkeit der Bilder nicht auf eine universelle Grammatik zurückgreifen, sondern muss jeweils neu erschlossen werden, und zwar im Hinblick auf jeweils gültige Konventionen der Darstellung und Erzeugungskontexte. Dies wird umso deutlicher, je mehr Datenkorpora mittels KI-Werkzeugen analysiert werden und Ergebnisse oftmals tendenziöse und vorurteilsbehaftete Erkenntnisse aufweisen. Bei der Verwendung von Bildern in der Wissenschaft als Quellen und gleichermaßen als Illustrations-, Präsentations- und Erkenntnismittel in pädagogischen Settings beispielsweise in Form von Datenvisualisierungen sind diese Bias mitzudenken.

Im Rahmen der Reihe Pädagogisches Wissen in Bildern fokussiert die Tagung den visuellen Bias in der Bildungswissenschaft und Bildungsgeschichte sowie im Kontext der Digital Humanities.

 

Teilnahme und Anmeldung
Wir freuen uns über Ihr Interesse an der Veranstaltung! Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung jedoch erforderlich. Bitte melden Sie sich bis spätestens Montag, den 18. Mai 2026, per E-Mail an: sekretariat-bbf@dipf.de. Geben Sie in Ihrer Nachricht bitte an, an welchen Tagen Sie an der Tagung teilnehmen werden.

Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich einverstanden, dass gegebenenfalls Foto- oder Videoaufnahmen entstehen, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der BBF verwendet werden dürfen.

 

Programm

Mittwoch, 20. Mai 2026 Abendveranstaltung

17:00 Katharina Vogel: Begrüßung

17:15 Kurzvorträge:

Henning Schluß (Universität Wien): Zwischen der Darstellung der Welt wie sie ist und der Darstellung der Welt wie sie sein soll – Die Kupfertafeln des Elementarwerkes von Daniel Chodowiecki und Johan Bernhard Basedow von 1774

Katrin Glinka (HTW Berlin): Interpretation von visuellen Interpretationen – eine Herausforderung für die Gestaltung von ML-basierten Systemen

Maria Schreiber (Universität Klagenfurt): Postdigitale Bildpraktiken

Florian Windhager (Universität für Weiterbildung Krems): Bias All the Way Down. Voreingenommenheit in Daten, Bildern und geisteswissenschaftlichem Diskurs

18:00 Podiumsdiskussion

18:30 Snacks & Drinks

 

Donnerstag, 21. Mai 2026

9:45 Linda Freyberg, Stefanie Kollmann, Sieglinde Jornitz: Begrüßung

10:00 Anna Georgiev (Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig), Mathias Zinnen (Pattern Regognition Lab, FAU Erlangen) und Valence Silayo (Universität von Dar es Salaam, Tansania): Is this a Baseball Bat? No way! Reflecting on Biases in Photography Based Provenance Research

10:30 Jacques Dane (Nationaal Onderwijsmuseum, Dordrecht): Beautiful Images, Biased Lessons: Colonial Visual Culture in Dutch Classroom Wall Charts

11:00 Evelyn Klammer (Universität Wien): Formen der Zoologie. Bildtypus und Stil als Faktoren zoologischer Wissensvermittlung

13:00 Christiana Bers, Sophie Döring und Christina Radicke (Georg-August-Universität Göttingen): „Wenn wo was los … Ruft Foto Groß!“ Visual Bias in den Fotografien der Jugendbewegung zwischen Weimarer Republik und Nationalsozialismus

13:30 Alina Bothe und Lisa Paduch (Selma Stern Zentrum für jüdische Studien, Berlin-Brandenburg): Das Projekt LastSeen und ein kritischer Blick auf NS-Deportationen durch Fotos

14:00 Stephan Horn (Militärhistorisches Museum, Berlin): Dokumentation – Repräsentation – Vermittlung. Gebrauchsweisen eines Fotoalbums der Legion Condor

15:00 Lydia Bucher (Norwegian University of Science and Technology, Trondheim): Potential in Bias: Approaching Norwegian-Jewish Personal Photography in Holocaust Education

15:30 Sarah Zannini (Free University of Bozen): Tagging the bias. Historical propaganda materials as visual data and its (re)contextualization at the Research and Documentation Centre of South Tyrol’s Educational History

 

Freitag, 22. Mai 2026

10:00 Jana Moser (Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig): Karten als Wissensvermittler: Bedarfe und Praxis ihrer kritischen Reflexion

10:30 Sofia Gavrilova (Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig): Visual Bias and the Cartographic Ordering of Space in Contemporary Russian Geographical Education

11:30 Christian Günther (Bergische Universität Wuppertal): Zwischen Dokument und Inszenierung. Erinnerungstopoi und visuelle Bias-Strukturen in immersiven Geschichtsrepräsentationen

12:00 Cäcilia v. Malotki (Universität Wien): Visual History, Visual Bias – von der vermeintlichen Eindeutigkeit (post-)sozialistischer Bildräume

13:00 Önder Cetin (Leibniz-Institut für Bildungsmedien / Georg-Eckert-Institut, Braunschweig): Beyond the Frame: Visual Absence and the Politics of (In)visibility in Turkish Heritage Language Textbooks in Germany

15:00 Julia Kernbach (Universität Siegen): Fallstricke im Prozess der künstlerischen Bilderstellung am Beispiel zweier fotografischer Herangehensweisen – oder: Warum es so schwer ist, auf Sprache zu verzichten?

15:30 Abschluss

 

Kontakt
sekretariat-bbf@dipf.de

 

Ort
BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des DIPF
Warschauer Str. 34-38, 10243 Berlin, 1. OG, Atelier (Podiumsdiskussion) und Raum 136 (Tagung)

 

Organisatorinnen
Linda Freyberg, Sieglinde Jornitz, Stefanie Kollmann, Katharina Vogel

 

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