Neu erschienen: „Das Leben festhalten“ von Robert Mueller-Stahl

Deutsch-jüdische Privatfotografie in den 1930er Jahren

Grauer Buchumschlag mit roter und schwarzer Schrift und einem Foto von zwei Frauen mit einem Eisbären am Strand

Cover: Robert Mueller-Stahl: Das Leben festhalten. Deutsch-jüdische Privatfotografie in den 1930er Jahren, Wallstein Verlag 2026, unter Verwendung einer Fotografie von Edith Brent, Photo album, Kurt and Edith Brent: personal papers, 1711/10,
The Wiener Holocaust Library Collections ©

Im Urlaub, beim Sport, selbst auf der Flucht und nach der Ankunft im Exil: Während der Zeit des nationalsozialistischen Terrors hielten Jüdinnen und Juden ihren Alltag mit der Kamera fest. Ihre Fotos bewahrten sie oft in selbst gestalteten Alben auf. Die herausgestellte Leichtigkeit und die Normalität der Bilder stehen quer zum Wissen um die Anfeindung und Entrechtung, die die Abgebildeten als Juden erfuhren. In einer Zeit, in der ihre gesamte Lebenswelt zutiefst erschüttert wurde, gewinnen sie aber eben dadurch an Bedeutung.

Anhand einer sensiblen Analyse von mehr als hundert größtenteils unbekannten Sammlungen zeigt Robert Mueller-Stahl, wie die private Fotografie für Jüdinnen und Juden zu einem Medium der Selbstbestimmung wurde. Kamera und Album ermöglichten es ihnen, sich so zu sehen und zu erinnern, wie sie selbst es wollten. Die Fotos widersetzen sich nicht nur den Blicken der Tätergesellschaft, sie fordern auch die heutigen Vorstellungen über das jüdische Leben der Zeit heraus. Inmitten von Verfolgung und Vernichtung sind es Zeugnisse des Lebens.

 

Ausgezeichnet mit dem Humboldt-Sonderpeis für Forschung zu Judentum und Antisemitismus der HU Berlin

 

Robert Mueller-Stahl: Das Leben festhalten. Deutsch-jüdische Privatfotografie in den 1930er Jahren, Reihe: Visual History: Bilder und Bildpraxen in der Geschichte (hg. von Christine Bartlitz, Bernhard Fulda und Annette Vowinckel); Bd. 13, € 39,- 341 S., 105 farb. Abb., Göttingen: Wallstein Verlag 2026; Open-Access-Ausgabe

 

 

Band 13 der Reihe: Visual History: Bilder und Bildpraxen in der Geschichte, herausgegeben von Christine Bartlitz, Bernhard Fulda und Annette Vowinckel

 

Band 1 der Reihe: Gerhard Paul, Das visuelle Zeitalter. Punkt und Pixel, Göttingen 2016

Band 2 der Reihe: Annette Vowinckel, Agenten der Bilder. Fotografisches Handeln im 20. Jahrhundert, Göttingen 2016

Band 3 der Reihe: Jürgen Danyel/Gerhard Paul/Annette Vowinckel (Hg.), Arbeit am Bild. Visual History als Praxis, Göttingen 2017

Band 4 der Reihe: Iwona Kurz/Renata Makarska/Schamma Schahadat/Margarete Wach (Hg.), Erweiterung des Horizonts. Fotoreportage in Polen im 20. Jahrhundert, Göttingen 2018

Band 5 der Reihe: Eszter Kiss, Verhandelte Bilder. Sozialistische Bildwelten und die Steuerung von Fotografien in Ungarn, Göttingen 2017

Band 6 der Reihe: Gerhard Paul, Bilder einer Diktatur. Zur Visual History des „Dritten Reiches“, Göttingen 2020

Band 7 der Reihe: Signe Theill/Annette Vowinckel (Hg.), Von der Repräsentation zur Intervention. Die Vereinten Nationen im Spiegel der Kunst, Göttingen 2021

Band 8 der Reihe: Anja Tack, Riss im Bild. Kunst und Künstler aus der DDR und die deutsche Vereinigung, Göttingen 2021

Band 9 der Reihe: Markus Wurzer, Der lange Atem kolonialer Bilder. Visuelle Praktiken von (Ex-)Soldaten und ihren Familien in Südtirol/Alto Adige 1935-2015, Göttingen 2023

Band 10 der Reihe: Linda Conze, Die Fotografie und das Fest. Zur medialen Herstellung von Gemeinschaft zwischen Weimarer Republik und Nationalsozialismus, Göttingen 2025

Band 11 der Reihe: Burcu Dogramaci, Exil London. Metropole, Moderne und künstlerische Emigration, Göttingen 2024

Band 12 der Reihe: Helene Roth, Urban Eyes. Deutschsprachige Fotograf*innen im New Yorker Exil in den 1930er- und 1940er-Jahren, Göttingen 2021

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