Visual Histories

Ein studentisches Podcast-Projekt über fotografisch illustrierte Reiseberichte des frühen 20. Jahrhunderts

Logo: Zündholz Design Abb. 1: Sven Hedin: Die Flucht des Grossen Pferdes. Mit 117 Abbildungen und 1 Karte, Stockholm 1935, S. 240; Abb. 2: „Deutsche Kinder in Afrika: Die kleine Gisela spielt mit dem Schädel eines von Bati erlegten Elefanten“, in: P. C. Ettighofer: So sah ich Afrika, Gütersloh 1938, S. 176; Abb. 3: Der Fujiyama von Enoshima aus gesehen, in: Alice Schalek: Japan. Das Land des Nebeneinander. Eine Winterreise durch Japan, Korea u. die Mandschurei. Mit 193 eigenen Aufnahmen, Breslau 1925, S. 235; Abb. 4: Colin Ross: Mit dem Kurbelkasten um die Erde. Ein Film-Bild-Buch, Berlin 1926, Buchcover.

„Einblicke in die Welt, wie die vorliegenden, verleihen Geschichts- und Reisebüchern einen neuen Reiz. Bilder sind der Schlüssel, der uns die Schätze der Bibliothek erschliesst [sic!]. Nur zu oft würden wir es aufgeben, Thatsachen [sic!] zu ergründen, brächten sie uns nicht die Illustrationen näher.“ (John Lawson Stoddard)[1]

 

Der US-amerikanische Reiseschriftsteller John Lawson Stoddard zeigt mit diesem Zitat anschaulich, welchen Mehrwert Autor*innen bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der visuellen Unterstützung von Texten durch Fotografien sahen. In dem Projekt „Visual Histories“ werden unter dem Motto „Alte Bilder, neuer Blick“ die Geschichten und die Geschichte hinter den Bildern in unterschiedlichen Reiseberichten ergründet. In Form eines Podcasts werden Untersuchungen von Reiseberichten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts präsentiert. Im Vordergrund stehen dabei nicht nur die Reiseberichte von neun verschiedenen Autor*innen, sondern auch vier Weltregionen, die China, Japan und Korea, Afrika sowie Australien und Neuseeland umfassen.

Die Reiseberichte von Sven Hedin und Ernst Friedrich Löhndorff, die sich in den 1930er Jahren in China aufhielten, behandeln das urbane Leben in den südöstlichen Küstenmetropolen und den innerasiatischen Wüsten.[2] Ebenfalls mit dem asiatischen Kontinent befasst sich der Reisebericht von Alice Schalek über Japan und Korea. Die Autorin interessierte sich insbesondere für das Zusammenspiel aus „Tradition” und „Moderne”[3] im Japan der 1920er Jahre.[4] Paul Coelestin Ettighoffer und Kasimir Edschmid suchten in ihren Reiseberichten nach Spuren, die die ehemaligen deutschen Kolonien in Subsahara-Afrika hinterlassen hatten.[5] Gleich vier verschiedene Autoren, die Australien und Neuseeland bereisten, wurden im vierten und letzten Teil der Untersuchung in den Blick genommen. Alfred Manes und Colin Ross liefern Einblicke in die australische und neuseeländische Kultur und Natur des frühen 20. Jahrhunderts.[6] Ergänzend werden auch die Reiseberichte von Sigfrid Siwertz und John Lawson Stoddard hinzugezogen, um eine größere Vergleichbarkeit herzustellen und eine breitere Perspektive einzunehmen.[7]

Nicht (nur) die bereisten Regionen selbst wurden Gegenstand der Untersuchung, sondern der Blick europäischer Schriftsteller*innen und Fotograf*innen auf das von ihnen besuchte Land. So wird der Prämisse nachgegangen, dass das, was und wie es fotografiert wird, nicht etwa „zufällig“ oder „objektiv“ als Motiv gewählt wurde, sondern dass sich die kulturelle Prägung der Autor*innen in den von ihnen aufgenommenen Fotografien niederschlägt.[8] Somit werden die visuellen Erzeugnisse, die in die textuellen Beschreibungen eingebettet sind, als Zugang für einen kulturgeschichtlichen Erkenntnisgewinn nutzbar gemacht.

Im Zuge der europäischen Handels- und Kolonialexpansion seit der Frühen Neuzeit eröffneten sich für Europäer*innen neue Möglichkeiten, das „Fremde“ und „Unbekannte“ außerhalb des heimischen Kontinents zu erfahren. Schon früh etablierten sich Reiseberichte als beliebte literarische Gattung des europäischen Bürgertums. In einer Zeit, in der das Bereisen der übrigen Kontinente nur wenigen vorbehalten war, prägten diese maßgeblich den Blick der vielen. Unbekannte Landschaften, Kulturen, Religionen und Traditionen – all diese Dinge konnten nun einem größeren Publikum vermittelt werden, wenn auch nur aus zweiter Hand.

Während sich viele Reiseschriftsteller*innen des 18. und 19. Jahrhunderts bemühten, durch Zeichnungen und Skizzen ihren Eindrücken visuellen Nachdruck zu verleihen, so konnten spätestens ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts scheinbar objektive Bilder produziert werden, indem man Fotografien anfertigte. Das Abgebildete wurde nun nicht länger als die Imagination eines Individuums angesehen, vielmehr glaubte man, wahrheitsgetreue Bilder erfassen zu können. Zeit und Raum würden in der Fotografie eingefroren, so die Vorstellung. Interessant für die historische Forschung erscheint dabei, dass „[k]eine der sonst verfügbaren Aufzeichnungstechniken für visuelle Sinneseindrücke […] so unmittelbar mit historischen Sehweisen zusammenzuhängen [scheint] und insofern auf die je zeitgenössische Wahrnehmung der Welt […] verweis[t]“, wie Jens Jäger festhält.[9]

Es handelt sich bei Fotografien jedoch nicht um transparente Dokumente in einer „universalen Sprache“, sondern Roland Barthes zufolge um semiotische Zeichen, deren „Magie“ daraus resultiere, dass ihre vermeintliche Transparenz unterschiedliche Interpretationen jeweils mit Autorität ausstatte.[10] Bezüglich der analytischen Ebene des Blicks, die wir mit unserem Untertitel „Alte Bilder – neuer Blick“ betonen möchten, stützen wir uns, Hinnerk Onken folgend, auf die Annahme, dass verschiedene Betrachter*innen von Bildern diese zwar verschieden „sehen“ – abhängig von ihrem Vorwissen, ihren Einstellungen oder auch ihrer Stimmungslage –, dass es gleichwohl aber Codes gibt, die bei Angehörigen einer Gruppe mit gemeinsamer kultureller Prägung „funktionieren“.[11] Dabei können bei den Blicken der Betrachter*innen verschiedene Sichtweisen unterschieden werden, etwa wissenschaftliche, sehnsüchtige oder historisierende Interpretationen.

Das vermeintlich objektive Wissen von Europäer*innen über die Welt gründete und gründet auch heute noch auf Bildern. Die „Dominanz europäischer Vorstellungswelten“[12] schlägt sich an dieser Stelle nicht nur historisch, sondern auch philosophisch, kulturwissenschaftlich sowie kunst- und technikgeschichtlich nieder. Das Verhältnis von Fotografie und Realität beziehungsweise Realitätsvorstellung macht Jäger wie folgt greifbar: „[D]as Verhältnis zwischen Bild und Objekt [lässt sich] auf drei Arten beschreiben: indexikalisch, ikonisch und symbolisch. Index bezeichnet hier die Idee vom Bild als Spur und Abdruck eines Objekts beziehungsweise als Ausdruck einer konkreten und/oder ursächlichen Verbindung zum Objekt. Ikon meint das Bild als visuell dem Objekt ähnlich und/oder in mehreren Eigenschaften gleichartig. Symbol wäre das Bild als willkürliches Zeichen, welches durch Konventionen an ein Objekt gebunden wird.“[13]

Die Verbindung zwischen Bild und Objekt werde – um den Unterschied zu den meisten anderen Abbildungstechniken zu verdeutlichen – meist als eine indexikalische theorisiert. Insbesondere für die Geschichtswissenschaft bestehe die Crux darin, den naturgesetzlichen Zusammenhang zwischen Objekt und Bild, die Indexikalität der Fotografie, kritisch zu hinterfragen beziehungsweise trennscharf zu analysieren. Es müsse vermieden werden, dass das Mediale der Fotografie und die unmittelbaren Entstehungskontexte zugunsten der dargestellten Objekte und ihrer Geschichte in den Hintergrund gedrängt würden, so Jäger weiter:[14]

„Die Quellen werden nicht mehr sorgfältig kontextualisiert und kritisch gewürdigt. Wo fotografische Bilder emotional besonders anrühren können – was wiederum vom Vorwissen um Kontexte abhängt – besteht dann immer die Gefahr, sie lediglich als Bestätigung dieses Vorwissens (oder eines Vor-Urteils) zu lesen. So werde aber das Potenzial der Quelle verschenkt: Wer mit vorab bestehenden Überzeugungen über das, was in Bildern zu sehen ist, an einen Quellenkorpus herangeht, wird zwangsläufig nur dieses sehen können und Abweichendes ausblenden.“[15]

Die Quellengattung „Reisebericht“ macht die Sache noch komplizierter. Der Nutzen von Reiseberichten als Quellen ist in der historischen Forschung umstritten, weil sie nicht als reine Tatsachenberichte aufgefasst werden können, sondern viel mehr über die Einstellungen, Erfahrungen, Erwartungen und kulturelle Prägung der Reisenden selbst aussagen. So ließe sich mehr über die Reisenden als über die Kultur und Gesellschaft in der bereisten Gegend erfahren. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Vorstellungen der Leser*innen von der bereisten Region sich auch durch die Darstellungen in den Reiseberichten entwickelten.[16] Vermittelt wurden diese Vorstellungen, die aufgrund des geringen konkreten Wissens viel Spielraum für Phantasie boten, unter anderem seit den 1880er und 1890er Jahren durch Fotografien.[17] Durch die fortschreitende Verbreitung von Fotoapparaten im frühen 20. Jahrhundert konnten immer häufiger auch Laien auf ihren Reisen Fotografien aufnehmen und so ihre Reiseberichte mit Bildern ausstatten. Als besonderer Durchbruch kann sicher die serienmäßige Herstellung von Rollfilm- und Boxkameras, vor allem seit den 1920er Jahren gelten.[18]

Auch das Genre des Reiseberichts selbst hatte sich mittlerweile in verschiedene Sub-Genres ausdifferenziert. Gebildete Europäer*innen konnten je nach Interesse wissenschaftliche, abenteuerliche oder touristische Reiseliteratur konsumieren. Was ihnen jedoch allen gemein ist, ist der Blick von Europa, dem vermeintlichen Nabel der Welt, auf alles, was eben nicht Europa war. Immer neue Gegensatzpaare wurden entworfen und reproduziert, um das „Fremde“ mit dem „Eigenen“ zu vergleichen und auch, um Abgrenzungen und Trennlinien zu erzeugen. Die Gegenüberstellung von „Natur- und Kulturvölkern“, von „Rückständigkeit und Zivilisation“, von „Primitivität und Innovationskraft“ wurde in den Reiseberichten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts festgeschrieben und durch die Macht der Bilder „geframed“. Diese Praxis des othering wird von Stuart Hall auch als „Spektakel des Anderen“ bezeichnet.[19] Die räumliche und die gedachte kulturelle und „rassische“ Distanz ermöglichten so die Projektion von Sehnsüchten und Phantasien, die im Deutschen Reich nicht abbildbar, geschweige denn auslebbar waren.

Ein Aspekt, dem sich alle Podcasts widmen, sind die rassistischen Kollektivzuschreibungen, die etwa im Zusammenhang mit Asiat*innen, schwarzen Afrikaner*innen, Aborigines und Maori immer wieder auftauchen. Nicht zuletzt dadurch zeichnen sich die untersuchten Reisefotografien durch einen starken Inszenierungscharakter aus. Aufgrund ihrer scheinbaren Evidenz, die sich etwa im Fall von Colin Ross auch aus der Tatsache ergibt, dass der Autor (Abb. 1) oder sein Sohn (Abb. 2) selbst auf Fotos zu sehen sind, haben sie auf den ersten Blick eine besondere Aussagekraft. Es geht oft jedoch nicht um eine exakte Wiedergabe von Tatsachen, sondern darum, durch gezielte Verwendung von exotischen beziehungsweise exotisierenden Elementen die Wünsche und Erwartungen der europäischen oder US-amerikanischen Kundschaft zu befriedigen, ihre Phantasie zu beflügeln und das Bildmaterial demnach im Sinne einer Verkaufsstrategie bewusst zu manipulieren.

Abb. 1: „Der Verfasser mit ‚King John‘“, in: Colin Ross: Der unvollendete Kontinent, Leipzig 1930, S. 251.

Abb. 2: „Der dritte Eingeborene von links erklärt Ralph die Technik des Speerwurfs mit dem Hebelstock“, in: Colin Ross, Der unvollendete Kontinent, Leipzig 1930, o. S.

Der multimediale Charakter von fotografisch illustrierten Reiseberichten eröffnet Historiker*innen gleich mehrere Betrachtungsebenen. Diese unterschiedlichen Zugänge werden im Rahmen des Projekts „Visual Histories“ auch multimedial präsentiert. Besucher*innen können sich so durch die mit Bildern ausgestatteten Präsentationen klicken und werden zeitgleich mithilfe eines Audiokommentars über die Autor*innen, historischen Hintergründe und Details (Abb. 3) informiert.

 

Abb. 3: „So wurden wir auf einer deutschen Farm im Osten der Kolonie empfangen, Max und ich“, in: P. C. Ettighoffer, So sah ich Afrika, Gütersloh 1938, S. 33.

Die entstandenen Podcasts sind nur Ausschnitte, Zusammenfassungen der Erkenntnisse, zu denen wir im Rahmen der Auseinandersetzung mit den jeweiligen Reiseberichten und den dazugehörigen Fotografien gelangten. Sie erheben daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sollen jedoch Überblicke und Denkanstöße anbieten, die wir in einer anschließenden Radiosendung noch zusammenführen wollen. Die aufgezeichnete Sendung wird ebenfalls auf unserer Website zur Verfügung gestellt werden; zuvor können über unser Kontaktformular gerne Fragen, Kritik und Anmerkungen eingebracht werden, die wir in der Diskussion aufgreifen werden.

 

 

Zum Projekt:

Das Podcast-Projekt „Visual Histories“ entstand im Rahmen des Masterseminars „Visual History in globaler Perspektive“ unter Leitung von Hinnerk Onken im Wintersemester 2020/21 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Dienten die illustrierten Reiseberichte anfangs nur als Aufhänger für die obligatorischen Referate, die als Podcast aufgenommen werden sollten, so entwickelte sich ganz spontan die Idee, daraus ein weitergehendes Projekt zu machen, das auch für die Öffentlichkeit bestimmt sein sollte. Seit mehr als acht arbeitssamen Monaten beschäftigen sich Deike, Anna, Robin, Lukas und Hinnerk Onken nun bereits mit der Gestaltung der Website, der textuellen Einbettung, der Verfeinerung der Podcasts sowie der Bewerbung des Projekts, wobei die Arbeitsergebnisse weiterhin in einem wöchentlich stattfindenden Treffen besprochen werden. Die Beendigung des Projekts ist noch nicht geplant. Vielmehr diskutiert die Gruppe zurzeit, inwieweit das Projekt auch für Gastbeiträge zugänglich gemacht werden kann.

Kontakt:

E-Mail: visualhistories1@gmail.com
Website: www.visualhistories.wordpress.com

 

Die Podcasts im Überblick:

Folge 1: China von Lukas Kleine-Schütte (veröffentlicht am 14.5.2021)

Der Podcast von Lukas bewegt sich geografisch zwischen chinesischer Großstadtmetropole und innerasiatischer Wüstenlandschaft. So unterschiedlich wie die untersuchten Regionen sind auch die Reiseambitionen der beiden vorgestellten Schriftsteller. Während bei Ernst Friedrich Löhndorff Einzelschicksale und das urbane Erlebnis im Vordergrund standen, so suchte Sven Hedin während seiner Expedition gezielt das Abenteuer in einer weitgehend unerforschten Region. Die 1930er Jahre waren auch in China von sozialen Umbrüchen und kriegerischen Auseinandersetzungen bestimmt. Die Autoren warfen also einen europäischen Blick auf ein Land im Wandel.

 

Folge 2: Japan und Korea von Robin Spitzer (veröffentlicht am 28.5.2021)

Robins Podcast befasst sich mit einem fotografisch illustrierten Reisebericht über Japan und Korea. Die Autorin Alice Schalek hielt darin ihren europäischen Blick auf die Kultur der beiden Länder in den 1920er Jahren fest. Besonders intensiv beschäftigte sie sich dabei mit den Aspekten, die ihr selbst am nächsten lagen: Als Journalistin, die sich in ihrer Heimat Österreich bereits mit feministischen Themen beschäftigte, lag ihr besonders der Alltag der Frauen in Japan und Korea am Herzen.

 

Folge 3: Afrika von Anna Schade (veröffentlicht am 11.6.2021)

Annas Podcast befasst sich mit illustrierten Reiseberichten vornehmlich über die deutsche Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Insbesondere der kolonial geprägte Blick der Autoren auf die Reiseziele dominiert das kulturelle Erfahrungsspektrum der Reisenden. Obwohl Edschmid und Ettighoffer ihre Reise ein bzw. zwei Jahrzehnte nach dem Verlust der Kolonien antraten, begaben sie sich explizit auf die Spuren des „Deutschtums“ in Afrika. Dadurch ergaben sich Einblicke in die kulturelle Rezeption Subsahara-Afrikas im Deutschland der 1920er und 1930er Jahre.

 

Folge 4: Australien und Neuseeland von Deike Terhorst (veröffentlicht am 25.6.2021)

Der Podcast von Deike nimmt die ehemaligen britischen Kolonien Australien und Neuseeland genauer in den Blick. Alfred Manes und Colin Ross schilderten dabei Länder, deren Entwicklung weit hinter den Erwartungen des „Mutterkontinents“ zurückblieb. Insbesondere Australien bezeichneten die Autoren als „Land ohne Geschichte“. Im Podcast erfährt man nicht nur, was es mit der „australischen Gleichheit“ auf sich hat. Es wird auch ein besonderer Fokus auf die ambivalente Beziehung sowohl zwischen Städtewesen und Landschaft als auch zwischen Fremdenfeindlichkeit und starkem Zugehörigkeitsgefühl zum englischen Mutterland gelegt. Nicht zuletzt erfährt auch der Umgang mit den indigenen Bevölkerungsgruppen der Aborigines und Maori besondere Berücksichtigung.

 

Das Datum der Radiodiskussion wird auf unserer Website mitgeteilt.

 

 


Anmerkungen:

[1] John Lawson Stoddard, Im Fluge durch die Welt. Sammlung von Photographien der hervorragendsten Städte, Gegenden und Kunstwerke von Europa, Asien, Afrika, Australien, Nord- und Süd-Amerika, Chicago/Berlin o.J., o.S.

[2] Sven Anders Hedin, Die Flucht des Grossen Pferdes. Mit 117 Abbildungen und 1 Karte, Leipzig 1939 [1935]; Ernst Friedrich Löhndorff, Unheimliches China. Ein Reisebericht, Berlin 1939 (Anmerkung: Der Reisebericht von Ernst Löhndorff ist nicht illustriert, zur Veranschaulichung wurden Digitalisate von Bildpostkarten aus dem Bildarchiv der ETH Zürich hinzugezogen, https://ba.e-pics.ethz.ch/login/welcome.jspx) [11.06.2021].

[3] Vgl. Eric Hobsbawm/Terence Ranger (Hg.), The Invention of Tradition, Cambridge 1983.

[4] Alice Schalek, Japan. Das Land des Nebeneinander. Eine Winterreise durch Japan, Korea und die Mandschurei. Mit 193 eigenen Aufnahmen, Breslau 1925.

[5] Kasimir Edschmid, Afrika nackt und angezogen, Frankfurt a.M. 1929; Paul C. Ettighoffer, So sah ich Afrika. Mit Auto und Kamera durch unsere Kolonien, Gütersloh 1938.

[6] Alfred Manes, Ins Land der sozialen Wunder. Eine Studienfahrt durch Japan und die Südsee nach Australien und Neuseeland. Mit 125 Abbildungen nach photographischen Aufnahmen vom Verfasser und Anderen sowie einer Karte, Berlin 1911; Colin Ross, Das Buch der fernen Welt. Asien, Afrika, Australien, Amerika. 296 Bilder in Kupfertiefdruck nebst Erläuterungen, Berlin 1931; ders., Der unvollendete Kontinent. Mit 104 Abbildungen und einer Karte, Leipzig 1930; ders., Haha Whenua. Das Land, das ich gesucht. Mit Kind und Kegel durch die Südsee. Mit 68 Abbildungen und einer Karte, Leipzig, 8. Aufl. 1936.

[7] Sigfrid Siwertz, Unter dem Gluthimmel der Tropen. Durch die Südsee, Fidschi, Sumatra, Australien usw. Mit 181 Abbildungen, Lübeck 1926; Stoddard, Im Fluge durch die Welt.

[8] Vgl. für diese Überlegungen Hinnerk Onken, Ambivalente Bilder. Fotografien und Bildpostkarten aus Südamerika im Deutschen Reich (1880-1930), Bielefeld 2019, S. 53.

[9] Jens Jäger, Fotografiegeschichte(n). Stand und Tendenzen der historischen Forschung, in: Archiv für Sozialgeschichte 48 (2008), S. 511-537, hier S. 519.

[10] Vgl. Roland Barthes, Rhetorik des Bildes, in: Der entgegenkommende und der stumpfe Sinn (Kritische Essays, Bd. 3), übers. u. hg. v. Dieter Hornig, Frankfurt a.M. 1990 [1964], S. 24-46.

[11] Vgl. Onken, Ambivalente Bilder, S. 53.

[12] Vgl. Jäger, Fotografiegeschichte(n), S. 516.

[13] Ebd., S. 517.

[14] Vgl. ebd., S. 517f.

[15] Ebd., S. 518.

[16] Ebd., S. 18.

[17] Ebd., S. 9.

[18] Siehe zur Fotografiegeschichte: Jens Jäger, Fotografie und Geschichte, Frankfurt a.M. 2009.

[19] Vgl. Stuart Hall, Das Spektakel des „Anderen“, in: ders., Ideologie, Identität, Repräsentation (Ausgewählte Schriften, Bd. 4), hg. v. Juha Koivisto und Andreas Merkens, Hamburg, 2. Aufl., 2008, S. 108-166.

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